Mein erster Halbmarathon

Mein erster Halbmarathon (km 3 // Foto: Dr. Waumiau ) Marcus hat morgens vor dem Start zu mir gesagt: "Lisa, dass wir hier zusamm...

Mein erster Halbmarathon (km 3 // Foto: Dr. Waumiau)
Marcus hat morgens vor dem Start zu mir gesagt: "Lisa, dass wir hier zusammen am Start stehen, hätte ich vor 5 Jahren niemals geglaubt." Ich auch nicht. Ich war nie besonders sportlich und mir machte das auch nie Spaß.
Am 03.06.2014 bin ich das erste Mal vor die Türe und bin 6,27 km gelaufen in einer grandiosen Zeit von 57 min 54 s. Das heißt mit einem durchschnittlichen Pace von 9:14 min/km. Was ja erstmal total egal war. Aber ich hatte es geschafft eine Stunde (mega lahm) durchzulaufen. Und so habe ich das immer weitergemacht. Ich habe mich schnell verbessert, allerdings bin ich nie super schnell geworden. Jenny ist damals ungefähr zur gleichen Zeit ihren ersten Halbmarathon gelaufen und hat einen tollen Blogpost dazu geschrieben. Das hat mich sehr motiviert weiter dran zu bleiben. Knapp 2 Jahre später bin ich nun selbst meinen ersten Halbmarathon in Berlin gelaufen. 

Vorbereitung

Als ich mir Anfang Januar über my.asics.com einen Trainingsplan zusammengestellt habe, dachte ich ja ich sehe nicht richtig und fragte mich: Warum genau möchte ich einen Halbmarathon laufen? Möchte ich das? Ich will das gar nicht? Kann ich nicht einfach Schokolade essen und dick werden? Da steht irgendwas von knapp 400 km IN DREI MONATEN. Also 365 km um genau zu sein. Ich war im gesamten Jahr 2015 "nur" 400 km gelaufen. Wie sollte denn das in 3 Monaten gehen? Noch dazu im Winter. Wann soll ich überhaupt noch kochen, wenn ich die ganze Zeit laufe? Was ist wenn ich nicht ankomme? Wann kommt der Bus, der alle einsammelt, die zu langsam sind? Oder ist das gar kein Bus, sondern eine BSR Kehrmaschine?

Wie ihr merkt, war ich also total entspannt und hatte überhaupt gar keinen Schiss vor dem Halbmarathon. Ne. Also ich hatte wirklich Angst es nicht zu schaffen, weshalb ich mich wirklich ganz strickt an den Laufplan gehalten habe. Was für mich ganz gut funktioniert hatte. Im Kopf war das so "Wenn ich mich dran halte, dann schaffe ich das."

Manfred hatte ich gleich zu Anfang mit all meinen Problemchen und Ängsten belästigt. Und wenn ich zu ihm Dinge gesagt habe, wie z.B.: "Ich will nicht Feierabend machen, weil draußen ist es kalt und ich muss 5km laufen.", hat Manfred geantwortet: "Was soll ich sagen? Läufer werden im Winter gemacht ..." Da war ich natürlich so: "Na toll. Pff." Aber grundsätzlich hatte ich ab da dann bei jedem blöden arschkalten Lauf im Dunkeln, im Schnee immer diesen Satz im Kopf: Läufer werden im Winter gemacht. Grrrr.
Manfred hat auch Bruce Lee für mich zitiert und gesagt "Be like Water" und ich meinte dann: "Schade, dass er nicht gesagt hat 'Be like Cheesecake!'". Und da Manfred mir dann bestätigt hatte, dass Käsekuchen ähnlich anschmiegsam ist, wie Wasser, war ich dann halt wie Käsekuchen. Wie Käsekuchen zu sein bedeutet, dass man sich schon an den Laufplan hält, aber auch flexibel ist und den Plan entsprechend den Umständen anpasst. Und auch auf seinen Körper hört. Und sich nicht nur verkrampft an den blöden Daten orientiert. Ich war also Käsekuchen. Und habe mich in meine optimale Form eingeschmiegt. Wenn ihr jetzt denkt, das hört sich aber ein bisschen irre an, dann kann ich das nur bestätigen.

Ich bin 300 km in der Vorbereitung gelaufen. Tatsächlich habe ich mich bis Ende Februar komplett an den Plan gehalten. Das Tolle an dem Plan ist, dass man ja quasi auch was erledigt, wenn da "Trainingspause" steht. Man macht also jeden Tag was. Und wenn da steht man soll total lahmarschige 5 km laufen, dann macht man das und kommt sich nicht blöd vor. Schließlich befolgt man einen Plan.

In Kapstadt bin ich 4 mal 10 km gelaufen und habe somit die kurzen langsamen 5km Läufe geschwänzt. [Danke Anne, dass ich im Urlaub laufen durfte und du gar nicht motzig warst, obwohl wir deswegen auch mal erst ganz ganz spät gefrühstückt haben.] Wir waren dort ja auch surfen und wandern, deshalb habe ich nicht nichts gemacht zwischen den Laufeinheiten.

Leider war ich dann nach dem Urlaub krank und konnte im März 12 Tage komplett nicht laufen. Danach war ich sehr deprimiert, denn es hat sich angefühlt, als müsste ich wieder komplett von vorne anfangen und alles wäre umsonst gewesen. Nur langsam wurde ich wieder etwas schneller. Auch dank Jürgen, der noch in der Woche vor dem Halbmarathon eine Runde mit mir gedreht hat und ich ihn 7 km lang vollquatschen konnte, obwohl wir voll schnell waren. Er hat dann auch zu mir gesagt "Wo ist die Lisa, die im Oktober letztes Jahr kein Wort beim Laufen reden konnte und bei jeder Ampel so war 'Hoffentlich wird die gleich rot!'??". Da wurde mir dann auch nochmal klar, dass ich mich tatsächlich verbessert habe.

Kurz vor dem Halbmarathon

Donnerstags haben wir unsere Startnummern abgeholt. Und wie ihr an meinem zauberhaft echten Lächeln erkennen könnt, frage ich mich da gerade "Was mache ich hier eigentlich? Und waruuuuuum???".
Startnummern abholen mit Juli und Lea
Startnummern abholen mit Juli und Lea

Freitag vor dem Halbmarathon war ich noch langsame 5 km laufen und dann haben wir eine Pastaparty gemacht. Es gab Nudeln mit selbstgemachtem Pesto. Das war super lecker.

Samstags habe ich ganz viel Quatsch gegessen. Ich lag den ganzen Tag in der Sonne und wir haben köstliche Kekse und Nic Nacs gesnackt. Abends hatte ich dann eine Falafal-Halloumi-Tasche und ein Eis. Das war's. Super Vorbereitung würde ich sagen.

Was ich wirklich scheiße fand, waren die ganzen ungefragten gut gemeinten Ratschläge, die ich kurz vor dem Halbmarathon bekam. Natürlich werde ich nicht Kekse, Müsli, Banane, Isodrinks, Nudeln, Eiweißdrinks, Zuckertabletten, Gels oder ein Spanferkelgesicht vor dem Halbmarathon frühstücken, wenn ich normalerweise NIE frühstücke und immer OHNE Frühstück laufe. Und natürlich wissen es immer alle besser und wenn man dann sagt, wie man es machen wird, dann hilft auch nicht ein Satz wie "Na dann gutes Ankommen [du wirst eh mitten drin abnippeln, weil du es nicht so machst, wie ich es dir sage, weil ich hier der Experte/die Expertin bin]." Das hat mich echt genervt. Zumal es sowieso schon recht wenig Menschen wussten, dass ich den Halbmarathon überhaupt laufe. Der beste Tipp kam meiner Meinung nach von Olli, der einfach sagte: "Du machst es exakt so wie beim Training. Zur Not werfe ich dir ein Duplo zu." Wenn man seinen Rhythmus im Training gefunden hat, dann macht es doch keinen Sinn den direkt vor dem großen Lauf zu ändern.

Zur Info: Ich habe 3 h vor dem Start ein Marmeladenbrot gefrühstückt. Im Detail: Eine Scheibe Bauernbrot, mit Arla Kaergården und Erdbeermarmelade. Dazu gab es Kaffee mit Milch. Und ein Glas Wasser.
Mein Frühstück vor dem Halbmarathon
Mein Frühstück vor dem Halbmarathon
Aus Trotz wollte ich ja schon gar nichts frühstücken. Nur um allen zu zeigen, dass es geht. Aber ganz so blöd bin ich dann doch nicht [mache ich dann beim nächsten Mal.. hehehehe]. Ich kriege halt Bauchschmerzen bzw. Krämpfe wenn ich vor dem Laufen etwas esse und hatte es auch nicht mehr vorher getestet irgendwas zu frühstücken.

Ich bin dann um halb 9 Uhr mit dem Rad 5 km zum Alexanderplatz geradelt. Mein Helm hat nicht auf meinen Dutt gepasst und ich konnte dieses Problem nicht lösen. Deshalb bin ich ohne Helm gefahren. Das war vielleicht ein bisschen doof, aber ich war so nervös, dass mir keine spontane Lösung einfiel.

Vor dem Halbmarathon
Vor dem Halbmarathon
Wir trafen uns um 9 Uhr am Alexa und sind dann zusammen zum Start gelaufen. Dann habe ich noch kurz Marcus getroffen und er hat mich gedrückt und gesagt, dass alles gut wird. Und ich habe ihm kurz aktuelle Dinge aus meinem Leben erzählt, um mich ein wenig abzulenken. Er hat sämtliche Geschichten mit "Stark, Lisa." kommentiert. Dann musste er aber auch schon los, denn er war in Startblock C. Und wir mussten auch unsere Sachen abgeben. Und noch aufs Klo. Wie jeder andere Läufer auch. Und an den Klos stand man ziemlich lange an. Ohne Jacke war es dann doch auch etwas kühl.

Das Warten vor dem Lauf war irgendwie merkwürdig. Die dritte Welle ist erst so um 10.30 Uhr gestartet. Und man reiht sich irgendwie schon kurz nach 10 Uhr in den Startblock ein. Da hatte ich dann auch nicht mehr so gute Laune. Und war ziemlich ruhig. Und wusste auch nicht, was ich mir jetzt wünschen sollte: Wollte ich, dass es nun endlich los geht oder dass es einfach noch ein paar Stunden (Tage) dauert?

Der Halbmarathon

Dann ging es los. Ich wurde nicht geschubst. Das war auch eine meiner vielen Ängste. Dass man mich schubst. Marcus hatte mir gesagt ich sollte mir immer kurzfristige Ziele setzen. Das erste Ziel auf der Strecke war für mich Unter den Linden. Also so zwischen km 2 und km 3. Da sollte nämlich irgendwo Olli sein. Dann bin ich dahin gedüst und dachte mir: "Unter den Linden ist ja total lang. Ob die wohl rechts oder links stehen? Ich würde ja rechts stehen. Wenn die von Friedrichstraße kommen, stehen die bestimmt rechts. Links ist es bestimmt besser zu stehen." Also bin immer nach rechts und nach links und wieder nach rechts. Und dann habe ich Olli gesehen. Und habe wie eine Irre gewunken und mich gefreut. Und er hat mir wohlwollend zugenickt. Darüber habe ich mich für mindestens 500 m sehr gefreut und dann war ich auch schon unter dem Brandenburger Tor durch. Dennoch bleibt die Frage: Wo ist mein Duplo, Olli?

Nächstes Ziel war die Siegessäule (km 5). Die kam und kam nicht. Das waren nämlich knapp 2 km und die blöde Goldelse kam einfach nicht näher. Naja... irgendwann war sie dann doch da und da waren dann die ersten Trommler. Das fand ich mega cool, aber langsam wurde es irgendwie heiß und ich hatte auch Durst. Und ich hatte irgendwie kein neues Ziel vor Augen. Man sollte sich die Strecke im Vorab vielleicht doch nochmal genauer anschauen.

Als dann die erste Wasserstelle kam (vor km 6), dachte ich, ich könnte laufen und trinken. Nun... dem war nicht so. Das hatte ich auch noch nie vorher geübt. Ich hab also das blöde Wasser beim Laufen getrunken und mich total verschluckt und erstmal gehustet ohne Ende. Also war mir klar, dass das so nicht funktionieren kann. Danach habe ich mich voll über die vielen Becher aufgeregt. Aber ich hatte auch wirklich sonst nichts zu tun (kein neues Ziel usw.) und war dann total stinkig. Dass die tausenden Menschen aus den Startblöcken vor mir einfach ihre doofen Becher mitten auf die Strecke werfen. Und habe innerlich in mich reingemotzt. Während ich aufgepasst habe, dass ich nicht noch auf den Bechern ausrutsche. Da dachte ich mir noch: "Das schreibe ich AUF JEDEN FALL in einen Blogpost. So geht's fei net."

An diesem Punkt machte die Straße einen Bogen und wir sind auf das Schloss Charlottenburg zugelaufen, was ich mit dem Schloss Bellevue verwechselt habe. Jedenfalls war da ein Schloss (zw km 8 und km 9) und ein neues Ziel. Inzwischen hatte ich mir eine Läuferin mit blauen Kompressionsstrümpfen ausgesucht, der ich gefolgt bin. Das klappte ganz gut. Allerdings habe ich dann schon angefangen zu rechnen: "Aha. Jetzt bist du km 7. Das heißt es ist erst ein Drittel vorbei. Eigentlich fühle ich mich gut. Aber ein Drittel ist ja noch nicht mal die Hälfte. Scheiße." Und irgendwie waren dann die blauen Kompressionsstrümpfe auch weg.

Hier machte die Straße eine Kurve und ich war an km 9 vorbei und dachte mir, dass ich nicht mal meine Bestzeit für die 10 km hinbekomme. Aber mein nächstes Ziel waren dennoch die 10 km. Also fast die Hälfte in meinem Kopf. Nach km 10 kam dann die nächste Trinkstelle und ich bin brav stehen geblieben bzw. langsam gegangen und habe den warmen Tee getrunken. Die ganzen Becher auf der Straße haben mich überhaupt nicht mehr interessiert. Und ich war so: Was kostet die Welt???? *Pfeffert den Becher an den Wegrand*. Der Tee war zwar köstlich und süß, aber irgendwie hätte ich doch gerne noch Wasser gehabt.

Und irgendwo zwischen km 10 und 11 brüllte es dann auf einmal von der anderen Straßenseite meinen Name und da stand Leas Familie und hat wie wild gewunken. Da habe ich mich sehr gefreut. Ich habe zurückgebrüllt: "Die anderen kommen noch!!", habe gewunken und bin weiter.
Halbmarathon zwischen km 10 und km 11
Halbmarathon zwischen km 10 und km 11 (Foto: Peter Kuley)
Und so war auch schon die Hälfte vorbei. Und wir waren irgendwo auf dem Ku'damm (km 12-13). Da ich mich aber nicht wirklich auskannte, dachte ich das nächste Ziel sei das KadeWe (km 14), aber vorher musste man ja noch zur Gedächtniskirche. Bei km 12 hat auch der erste von der Seite gebrüllt "Ihr habt's bald geschafft!" und das war echt ganz schön fies. Das stimmte nämlich gar nicht. Da war ich dann wieder etwas motzig.
An der Gedächtniskirche gab es dann so Gelzeug. Das sah schon so eklig aus auf der Straße. Das habe ich nicht genommen. Nach dem Gel habe ich dann auch erst geschnallt wo ich bin und habe mir dann nun nochmal das KaDeWe zum Ziel genommen und da gab es auch wieder eine Wasserstelle. Trinkprofi, wie ich inzwischen war, habe ich mir Wasser und Tee genommen. Erst den Tee getrunken und dann das Wasser. Ich habe mich selbst gelobt, wie toll ich getrunken habe und bin weiter. Nicht ohne meine Becher irgendwohin zu pfeffern selbstverständlich.

Mein nächstes Ziel war dann nur noch km 17. Weil 17 km das längste war, was ich bisher im Training gelaufen bin. Ich dachte mir vor km 17 kann ich nicht abnippeln, denn ich wusste ja, dass ich das schaffe. Das Problem war dann, dass ab km 15 irgendwie alle sehr lahm um mich herum wurden. Ich bin ja in Startblock F gestartet, da sind ja nur die Genussläufer. Und irgendwie waren keine schnellen Läufer mehr da. Nur noch Geher und langsame Läufer. Und ich war [innerlich] so: "LOOOOOS JETZT LAUFT DOCH. WARUM GEHT IHR DENN ALLE?" und dann war doch da ernsthaft einer, der hatte einen Schlüssel oder sowas in seiner Hosentasche und der ist dann neben mir hergeklimpert. Nicht sein Ernst. Dann habe ich mehreren Menschen und Kindern am Schöneberger Ufer High Fives gegeben und habe mich gefragt, ob das wohl Flüchtlinge waren. Und dann habe ich eine Weile über Refugees Welcome nachgedacht, über Flüchtlingsheime und ob das jetzt wirklich Flüchtlinge waren und ob ich jetzt doof bin, weil ich an irgendwelchen Äußerlichkeiten ausgemacht habe, dass es Flüchtlinge sein könnten. Der abschließende Gedanke hierzu war, dass ich sehr dankbar bin, dass ich in einer Stadt lebe, durch die ich 21 km rennen kann, ohne Angst zu haben, dass mir irgendwas passiert.

Nach km 16 gab es nochmal was zu trinken. Tee. Wasser. Pfeffern. Weiter.

Danach war ich am Potsdamer Platz und an km 17 vorbei und dann war in meinem Kopf der Plan fix: "Nur noch 4 km. 4 km sind voll leicht. Oke. 4 km schafft jeder.". Ich habe auch nicht mehr so genau verstanden, wo wir überhaupt sind. Ich wusste nur, dass die Straße nochmal einen blöden Bogen macht. Irgendwo war dann noch Checkpoint Charlie und ich war dann endlich wieder auf der Leipziger Straße.
Nächstes und letztes Ziel: Das Alexa (nach km 20). Weil da meine Freunde auf mich warten wollten. Da war ich dann schon ein bisschen emo. Weil ich dann auch wusste, dass ich es schaffen kann. Als ich Steffi, Angie und Pia sah, die ein Schild für mich gebastelt haben, habe ich mich sehr gefreut. Das war so toll. 10 Meter weiter stand dann Suse und hat mich angefeuert. Und kurz vor Ziel rief noch eine Fremde "Lisa, du siehst noch super aus. Weiter so." und das war auch spitze. Hihi. Dann bin ich über die Ziellinie. Und dann war es kurz ein bisschen komisch alleine zu sein. Ich bin dann mit meinem alkoholfreien Bier und meiner halben Banane umhergeirrt. Und habe meinen Beutel geholt und auf die anderen gewartet.

Wie ihr merkt hat mich alles um mich herum am meisten beschäftigt. Ich hatte körperlich keine Probleme. Einmal hatte ich am Anfang kurz Bauchschmerzen. Aber das ging schnell weg. Ich hatte im Nachhinein auch das Gefühl ich sei durchweg gut gelaunt gelaufen. Wenn ich aber die offiziellen Fotos von den Fotografen an der Strecke angucke, war dem wohl doch nicht so. Ich bin ziemlich konstant um 7 min/km gelaufen. Außer eben bei den Abschnitten, in denen ich meine Trinkpausen eingelegt habe.

Zwischenzeiten Halbmarathon (gelb: Kilometer mit Trinkpausen)


Nach dem Halbmarathon

Als ich dann meine Sachen hatte, habe ich mit meinen Freunden telefoniert und habe erfahren, dass alle anderen nun auch im Ziel sind. Als wir uns dann getroffen haben, war ich sehr froh. Alle haben sich gefreut und wir haben noch Fotos gemacht und ich war so glücklich, dass ich es geschafft habe. Und dass ich endlich wieder jemanden zum Reden hatte, vielleicht? Ich habe dann nur ganz kurz und heimlich geheult, als ich Jürgen umarmt habe. Aber sonst war ich emotional total stabil.

Halbmarathonsieger der Herzen
Halbmarathonsiegerinnen der Herzen

Nach dem Halbmarathon mit unseren Schildchen
Nach dem Halbmarathon mit unseren Schildchen


Ich bin dann mit dem Rad heimgeradelt. Bin in die Wanne und habe mir einen Burger und Kringelpommes bestellt. Und mehr ist auch nicht mehr passiert.

Und jetzt?

Nein, ich werde keinen Marathon laufen.

Nein, ich hatte keine Zielzeit. Meine Zielzeit war das Zeitlimit von 3 Stunden und 15 Minuten (nach Passieren der Startmatte). Ich wollte nicht von dem Bus eingesammelt werden. Allerdings war mir klar, dass ich irgendwas unter 2h 30min schaffen kann, zumindest hat das mein Trainingsplan gesagt.

Nein, ich werde nicht mit dem Laufen aufhören. Ich will ja weiter ganz viel Quatsch essen, ohne wieder dick zu werden. (siehe Vorher-Nacher-Fetti-Bild)

Ja, ich kann mir vorstellen nochmal einen Halbmarathon zu laufen. Aber derzeit orientiere ich mich an kurzfristigen Zielen. Zum Beispiel gleich mal einen Kaffee zu trinken.

Und ja, ich denke, ich hätte noch schneller laufen können, denn mir ging es danach noch sehr gut. Mein Muskelkater hielt sich auch in Grenzen. Ich denke, ich habe entweder sehr viel richtig gemacht oder irgendwas falsch (zu langsam?).


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4 Kommentare

  1. Schöner Bericht, tolle Leistung. Die Freude realisiert man oft erst später über das Erreichte.

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  2. Herzlichen Glückwunsch! Ich bin gerade auch dabei, für meinen ersten zu trainieren und bin ganz aufgeregt und etwas nervös. Bist du zur Vorbereitung nur gelaufen oder hast du auch andere Dinge gemacht z.B. schwimmen? Man liest irgendwie überall was anderes. Ganz liebe Grüße -Julia

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    1. Dankeschön :)
      Ich bin nur gelaufen. Man hat mir aber gesagt, dass man auch Stabitraining machen sollte. Aber man hat mir auch sehr sehr viel gesagt. Ich bin nur gelaufen. Und in Kapstadt im Urlaub war ich halt wandern, surfen usw. Aber das waren nur 2 Wochen von 3 Monaten Vorbereitung. Ich glaube, wenn man keine Wahnsinnszeiten hinlegen möchte, reicht "nur" laufen auf jeden Fall aus. Dir weiterhin viel Erfolg! Auch du kannst wie Käsekuchen sein :)
      Liebe Grüße, Lisa

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